Der Weg einer Haut: von deutscher Tradition zu vietnamesischen Händen
Warum die Gerbung aus Deutschland kommt, die Zurichtung aber in Vietnam passiert. Und warum wir das nicht verschweigen.

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Auf die Frage, wo unser Leder herkommt, gibt es keine Ein-Wort-Antwort. Das ist unbequem für einen Markenauftritt und trotzdem die einzige richtige Antwort.
Was aus Deutschland kommt
Die Rohware und das Verfahren. Deutsche Häute stammen aus einer engmaschig kontrollierten Landwirtschaft, und das sieht man ihnen an: wenige Parasitenschäden, wenige Stacheldrahtnarben, gleichmäßige Substanz. Für ein Leder ohne Deckschicht, das jeden Fehler zeigt, ist das keine Nebensache, sondern die Voraussetzung.
Dazu kommt die Lohgerberei selbst. Die Art, Bäder von schwach nach stark zu staffeln, die Zeiten, die Gerbstoffmischungen: Dieses Wissen ist am Rhein und im Schwarzwald über Jahrhunderte entstanden. Wir haben es nicht erfunden. Wir wenden es an.
Was in Vietnam passiert
Die Zurichtung. Walken, Färben, das Einstellen von Narbung und Griff, die Endkontrolle. Das ist der Teil, der von Hand entschieden wird, Haut für Haut, und der Grund, warum wir ihn dort machen, ist unspektakulär: Die Handwerker, mit denen wir arbeiten, können es.
Warum wir nicht Made in Germany schreiben
Weil es nicht stimmen würde. Herkunftsangaben knüpfen an die letzte wesentliche Be- oder Verarbeitung an, und die findet bei uns in Vietnam statt. Ein Leder, das in Vietnam zugerichtet wurde, als deutsches Produkt zu verkaufen, wäre rechtlich angreifbar und sachlich falsch.
Deutsche Tradition und Materialien, in Vietnam gefertigt. Der Satz ist länger als Made in Germany. Er hat den Vorteil, wahr zu sein.
Also sagen wir den längeren Satz. Wer genau wissen will, welche Charge aus welchem Betrieb kam, bekommt die Auskunft. Das ist die Art von Frage, auf die wir hoffen.